Geschichte

Es war einmal ein Schäferhügel, der crêt bérard, im Dialekt der Savoyer. Die Schäfer hatten die Gewohnheit hier einen Zwischenhalt zu machen, um ihre Schafen Ruhe zu ermöglichen. Sie erfreuten sich der wunderbaren Umgebung und hielten inne, wie um sich eine Etappe zu gönnen in ihrem Alltag, in ihrer Reise, in ihrer Zeit.

Ein paar Jahrhunderte später, im Jahre 1948, vereinten sich junge Waadtländer Protestanten in Lausanne. Unter dem Impuls von ihrem Seelsorger Pfarrer Albert Girard und einem grossen Glaubenselan, entschieden sie ein Haus zu bauen für die Jugend, die Kirche und das Land. Wie in einer schönen Geschichte, wurde der Ort während einem Sonntagspaziergang vom ältesten Pfarrersohn entdeckt: weg von den Dörfern und ohne Anfahrtsstrasse. Hoch auf dem Hügel, den er rennend bekletterte, rief er laut aus: „hier ist es!“

Der Bau beging im Sommer 1949. Tausende von Jugendlichen aus dem Kanton arbeiteten am Werk bis das erste Haus im September 1953 eingeweiht wurde. Der Inhaber eines Steinbruchs oberhalb von Sainte-Croix schenkte den Stein, der von Spezialisten gehauen wurde, und der dem Gebäude seinen Charakter eines neoromanischen Klosters in warmen Farben gab. Der Architekt war Claude Jaccottet. Der erste Hauspfarrer, der dem Haus seinen Stil gab, war Pfarrer Charles Nicole-Debarge. Er führte die drei täglichen Gebetszeremonien ein, aber auch die Kurse und Seminare, die Abende am Feuer, wie auch die Adventsfeuer mit seinen Pferdereitern.

Seit Beginn war Crêt-Bérard als private Stiftung organisiert. Die Institution wird von einem Pfarrer geführt, der von der evang.-ref. Kirche des Kantons Waadt engagiert ist. Diese Kirche wie auch der waadtländische Staat, haben Einsitz im Stiftungsrat. Damit soll die Integration und der Wille der Zusammenarbeit unterstützt werden.

Im September 1983, als Pfarrer Jean-François Deppierraz Hauspfarrer war, wurde die zweite Bauetappe abgeschlossen: ein separater Speisesaal, der grosse Saal und eine neue Küche. Die Pläne erstellte wiederum Claude Jaccottet. Von da an hatte das Haus Crêt-Bérard seine ideale Grösse und die erwünschte Bettenanzahl.

Pfarrer Pierre-André Pouly entwickelte anschliessend die Aktivitäten, modernisierte und isolierte das Gebäude. Er umringte sich mit professionellen Mitarbeitern um den Empfang der Gäste und das gute Gelingen der Geschäfte sicherzustellen. Seit Sommer 2013, ist nun Pfarrer Alain Monnard der neue Hauspfarrer. Er ergriff die Initiative die angebotenen Aktivitäten im Haus auszubauen. Zurzeit ist er ebenfalls mit der Weiterentwicklung der Hotellerie beschäftigt, was seit 2012 im Crêt-Bérard ein wichtiges Anliegen ist.

Yves Gerhard

Präsident des Stiftungsrates